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Samstag, 18. August 2012 Angela Hoffmeyer

Heute wollen wir GESICHT zeigen und KLARTEXT reden

Wir stehen hier vor dem Bundesjustizministerium und hoffen, dass an diesem „Tag der offenen Tür“ nicht nur Mütter sondern auch Väter willkommen sind und mit ihren Anliegen angehört und ernst genommen werden. Es ist höchste Zeit, dass das rückständige Familienrecht in Deutschland Anschluss findet an die Entwicklung im übrigen Europa!

Der Väteraufbruch für Kinder fordert:

  • Alle Kinder haben ein Recht auf Familienleben mit beiden Eltern von Anfang an!
  • Wir wollen, dass Väter nicht länger als Eltern zweiter Klasse behandelt werden!
  • Wir fordern deshalb das gemeinsame Sorgerecht ab Geburt – ohne Wenn und Aber!

 

 

Es gibt unzählige Väter, denen Familienleben mit ihren Kindern erschwert oder ganz verwehrt ist, weil die Mütter nicht wollen und weil der Staat sein Wächteramt nicht im Interesse der Kinder wahrnimmt sondern die Mütter schützt – und jeder Betroffene hat ein Gesicht und einen Namen und eine Geschichte. Zum Beispiel Alexander Brutzer.

Neben mir steht Alex, er ist deutscher Staatsbürger und nicht-ehelicher Vater einer 10-jährigen Tochter. Nikita wurde am 9. März 2002 in Süddeutschland geboren und von ihrer ghanaischen Mutter, Georgina Tetteh, im Sommer 2008, im Alter von 6 Jahren, kurz vor ihrer Einschulung, unter den Augen des Jugendamtes Backnang nach Ghana entführt und seither vor ihrem Vater versteckt gehalten und systematisch entfremdet. Seit vier Jahren kämpft Alex unermüdlich und verzweifelt um die Rückführung seiner Tochter nach Deutschland. Am 9. März 2012, dem 10. Geburtstag von Nikita, hat ein ghanaischer Richter in einem 19seitigen Urteil dem deutschen Vater das alleinige Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen und damit der familienrechtlichen Bananenrepublik Deutschland eine lange Nase gezeigt. Noch versucht die Mutter mit allen Mitteln, die Vollstreckung des Urteils zu verhindern und hält die Tochter wie eine Gefangene, noch ist Alex nicht am Ziel. Die Deutsche Botschaft und das Auswärtige Amt haben sich mit diplomatischen Mitteln bemüht – doch genug ist nicht genug.

Der unendliche Leidensweg dieses Vaters und seiner Tochter hätte im Ansatz verhindert werden können, wenn Alex von Anfang an, mit der Anerkennung seiner Vaterschaft, das gemeinsame Sorgerecht für Nikita erhalten hätte. Stattdessen hatte die allein sorgeberechtigte nicht-eheliche Mutter ungebremst Gelegenheit, das Kind zum ersten Mal im Alter von 16 Monaten im Rahmen eines vorgetäuschten „Urlaubs“ zur Großmutter nach Ghana zu entführen und wie eine Geisel zu halten, indem sie den Vater sechs Monate lang mit horrenden Lösegeldforderungen erpresste. Nikita wurde von der Großmutter nach Deutschland zurückgebracht, als der Geldfluss versiegte und die Mutter via Internet einen weiteren Deutschen kennengelernt hatte, zu dem sie kurzerhand mit Nikita und einem Kind aus einer früheren Beziehung zog, ihn heiratete und ein drittes Kind bekam. Sie benutzte ihren Status als Mutter, um auf Kosten der Väter und auf dem Rücken der Kinder ihren Aufenthalt in Deutschland und ihre materielle Existenz abzusichern.

Nachdem der Umgang mit dem Vater von der Allianz Mutter/Großmutter vehement boykottiert wurde, stellte Alex einen Sorgerechtsantrag beim Familiengericht Karlsruhe-Durlach, der abgelehnt wurde. In den folgenden 4 Jahren Prozessdauer wurde ein Gutachten, eine Verfahrenspflegschaft und betreuter Umgang angeordnet. Erst als es die Mutter mit vorgeschobenen Missbrauchsvorwürfen auf die Spitze trieb, wurde ihr auf Anraten des Gutachters Prof. Dr. Brosch das Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen und dem zuständigen Jugendamt in Backnang übertragen. Alex wurde weiterhin als nicht-ehelicher, nicht-sorgeberechtigter Vater 2. Klasse behandelt. Er machte das Beste aus der Situation – er bot seiner Tochter alles, was ein verantwortungsbewusster, fürsorglicher Vater seiner Tochter nur bieten kann. Nikita liebte ihren Papa über alles – er war ihr großer Held, und sie war seine kleine Prinzessin. Jeder konnte sehen, wie stark diese Vater-Kind-Bindung war – nur das Jugendamt sah beharrlich weg und bediente weiterhin die Befindlichkeiten der „alleinerziehenden“ Mutter.

Im Sommer 2008 täuschte die Mutter erneut einen Urlaub in Ghana vor, diesmal gemeinsam mit ihren drei Kindern und ihrem aktuellen Ehemann. Alex war von seiner Familie über eine geplante Übersiedlung vorgewarnt und bat die zuständige Aufenthaltsbestimmungsrechtspflegerin eindringlich, die Ausreise mit der Tochter abzulehnen. Das Jugendamt ließ die Mutter gewähren. Alex wurde mit der Aussage abgespeist: „Wenn Frau Tetteh mit dem Kind nicht zurück kommt, fliegt der Jugendamtsleiter persönlich nach Ghana und holt Ihre Tochter“. Natürlich war dieser bis heute nicht dort, um das Versprechen einzulösen. Stattdessen übertrug das Vormundschaftsgericht, nachdem die Kindesentführung offensichtlich war, zur eigenen Entlastung das Aufenthaltsbestimmungsrecht als Teil der elterlichen Sorge und damit die Verantwortung für die Rückführung des Kindes an den nicht-ehelichen Vater – mit der Option, das Aufenthaltsbestimmungsrecht später an das Jugendamt zurück zu übertragen. Welch eine Halbherzigkeit im Vergleich zum späteren ghanaischen Urteil!

Alex beauftragte zunächst einen Detektiv, der seine Tochter nach etwa einem Jahr in Tema/Afyenia lokalisieren konnte und sich dafür gut bezahlen ließ. Da man in Ghana kein deutsches Gerichtsurteil vollstrecken kann, reiste Alex im September 2009 nach Tema, um mit der Mutter von Nikita eine einvernehmliche Lösung zu finden. Dies mündete in erneute Lösegeldforderungen ohne verbindliche Zusagen, so dass er sich gezwungen sah, auch in Ghana einen Sorgerechtsantrag zu stellen. Nach 3 Jahren Verfahrensdauer mit 68 (!) Gerichtsverhandlungen übertrug ihm der Highcourt Accra schließlich das alleinige Sorgerecht und bestätigte das Urteil durch eine „Court Order“, einen Vollstreckungsbescheid. Die wiederholten Anträge der Gegenseite auf Nichtvollstreckung des Urteils wurden vom High Court abgeschmettert, zuletzt am 25. Juni 2012. Damit hatte Alex das Recht auf seiner Seite. Seine nachfolgenden Versuche, mit Hilfe der ghanaischen Polizei und eines Gerichtsvollziehers die Tochter herauszuholen, scheiterten an der Gerissenheit der Mutter, die das Kind seitdem an einem unbekannten Ort versteckt hält, und an der Trägheit und Geldgeilheit der ghanaischen Beamten. Alex fühlte sich diskriminiert, ausgepresst und entwürdigt und bat verzweifelt um Hilfe aus Deutschland. Immerhin erhielt er durch Vermittlung des Auswärtigen Amts Gelegenheit zu einem Besuch im ghanaischen Außenministerium, wo man ihm riet, das Zivilverfahren in ein Strafverfahren umzuwandeln – was bedeutet, dass die Rückführung von Nikita in den Sternen steht.

Nicht jeder Vater hat die Kraft, die Mittel und das Durchhaltevermögen von Alex – viele Väter drehen irgendwann auf ihrem Leidensweg um oder brechen zusammen. Auch Alex ist an der Grenze seiner Belastbarkeit angekommen und braucht unsere solidarische Unterstützung. Wie viele Kinder sollen noch ihren Vater verlieren, bis auch in Deutschland selbstverständlich ist, was in anderen Ländern Europas schon lange selbstverständlich ist:

  • Kinder brauchen beide Eltern – von Anfang an und eine ganze Kindheit lang!
  • Mann und Frau können sich trennen – als Eltern bleiben sie in der Verantwortung!
  • Deshalb fordern wir das gemeinsame Sorgerecht für alle Kinder ab Geburt ohne Antrag!
  • Deshalb fordern wir die paritätische Elternschaft vor und nach einer Trennung!
  • JETZT ist die Gelegenheit für die längst überfällige REFORM – ohne Wenn und Aber!