Freitag, 03. April 2020 BMFSFJ

BMFSFJ zum Umgangsrecht während der Corona-Beschränkungen

Nach Ansicht des Familienministeriums ist die aktuelle Situation in der Corona-Pandemie allein kein Grund, einen Haushaltswechsel zu vermeiden. Auch die aktuellen restriktiven Empfehlungen der Bundesregierung stellen den Kontakt von Eltern mit ihren minderjährigen Kindern nicht in Frage. Das sollte für alle Eltern klar sein. Grundsätzlich gilt, dass in Trennungsfamilien die bisherige Vereinbarung oder gerichtliche Festlegung weiterhin ihre Gültigkeit beibehält. Eine gute emotionale Bindung und der Kontakt zu beiden Eltern dient dem Kindeswohl. Dies ist von den Eltern und, falls diese sich nicht einigen können, von den Gerichten zu berücksichtigen.

In begründeten Einzelfällen kann es in dieser Ausnahmesituation Umstände geben, die eine kurzfristige Abänderung der bisherigen Praxis erforderlich machen. Ob und wie die bisherige Praxis möglicherweise angepasst werden muss, müssen die Eltern im Einzelfall klären. Sollte ein persönlicher Kontakt zeitweise nicht möglich sein, sollten die Eltern, soweit der Situation und dem Alter des Kindes angemessen, andere Formen des Kontakts zum anderen Elternteil ermöglichen, z.B. über soziale Medien.

Falls sich die Eltern nicht einigen können, hat das Familiengericht über Abweichungen von den bisherigen Umgangsregelungen zu entscheiden.

Fragen und Antworten zum Thema "Was die Coronakrise für Trennungsfamilien und den Umgang mit ihren Kindern bedeutet - Sorge-und Umgangsrecht in der Coronakrise" finden Sie auf der Internetseite des BMJV unter https://www.bmjv.de/DE/Themen/FokusThemen/Corona/SorgeUmgangsrecht/Corona_Umgangsrecht_node.html.