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Donnerstag, 30. Juni 2011 OTS-Originaltext

Weitere Schritte zur Anhebung der Väterbeteiligung müssen folgen

"Die Einführung des "Papamonats" durch den Wiener Landtag ist ein begrüßenswerter Schritt zur Hebung der Väterbeteiligung und findet die Zustimmung der ÖVP Wien. Es müssen jetzt aber weitere folgen, für deren Umsetzung man sich nicht wieder Jahre Zeit lassen sollte. Kinder brauchen die Teilhabe beider Elternteile, nicht nur im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit der Geburt, sondern auch und insbesondere in den Jahren danach. Wenn wir möglichst viele Väter dazu bringen wollen, eine intensive Beziehung zum Kind aufzubauen und ihren Teil an der gemeinsamen Betreuung zu übernehmen, dann braucht es breitere Ansätze als allein den Papamonat.

Die Situation für Kinder wurde in den letzten Jahren nicht einfacher. Hier gilt es anzusetzen. Wir werden uns nicht mit dem Erreichten zufrieden geben", so heute die Frauensprecherin der ÖVP Wien, LAbg. Barbara Feldmann.

Jede dritte Ehe in Österreich werde geschieden. In Wien seien es sogar 66 von 100 Ehen. Eine Scheidung oder Trennung sei für alle Betroffenen ein kritisches Lebensereignis. Die Hauptleidtragenden in einem Scheidungsprozess seien aber immer noch die Kinder. Im Zusammenhang damit sei eine Weiterentwicklung der gemeinsamen Obsorge dringend notwendig. "Viel zu viele Scheidungen arten in einen "Krieg" aus, bei dem die Kinder instrumentalisiert werden. Scheidungskinder werden oft in einen Loyalitätskonflikt gedrängt, der sie überfordert und per Gerichtsbeschluss oft einem Elternteil zugeordnet und vom anderen bewusst entfremdet. Geschiedenen Elternteilen und getrennten Partnern dürften ihre Kinder nicht entzogen werden", so Feldmann, die nur schwerwiegende Gründe, die dem Kindeswohl eindeutig entgegenstehen, als Rechtfertigung für den Entzug der Obsorge ansieht.

Diskutiert werden sollte auch über Pflegefreistellung (Anspruch auf Pflegeurlaub) für den Elternteil, der nach der Trennung nicht im gemeinsamen Haushalt mit den Kindern lebt. Dringende Verbesserungen  braucht es auch bei der praktischen Durchsetzbarkeit des Besuchsrechtes für den getrennt lebenden Elternteil, um zu verhindern, dass es wie so oft zu Entfremdungen mit den Kindern kommt, weil Verfahren oft jahrelang dauern. "Ebenso wesentlich ist ein Ausbau der Elternbildungsangebote. Gemeinsam mit allen privaten, gemeinnützigen Vereinen und Institutionen sollte die Stadt Wien ein inhaltlich umfassendes und flächendeckendes Kurs-, Schulungs- und Coachingprogramm für Eltern erarbeiten", so Feldmann.

Abschließend appelliert Feldmann nochmals an die rot-grüne Stadtregierung, zu zeigen, dass die Einführung des "Papamonat" nicht der letzte Schritt war und Väterbeteiligung der Stadtregierung ein echtes Anliegen ist.