< Vorheriger Artikel
Dienstag, 24. Dezember 2013 Rüdiger Meyer-Spelbrink

Politik und viele Fachkräfte nehmen hilfesuchende Väter häufig nicht ernst

Leider dürfen viele getrennte Eltern dies nicht erleben. Und in diesen Tagen wird der Schmerz besonders deutlich spürbar. Vor allem der Verlust macht jedem deutlich, was wirklich wichtig im Leben ist. Das Bewusstsein für diese wichtigen Dinge schafft neue Energie. Damit sind die Tage der Besinnlichkeit auch eine Chance, seine Ziele weiter kraftvoll zu verfolgen.

Wir im Väteraufbruch kennen dies. Viele aus eigener Erfahrung und vor allem durch die aktive Beratungsarbeit. Jedes Jahr vor Weihnachten erreichen uns viele Hilferufe verzweifelter oder enttäuschter getrennter Eltern. Und genauso leiden die Kinder an den Zerwürfnissen. In vielen Kreisvereinen gibt es daher alljährlich gemeinsame Weihnachtsfeiern, die den Beteiligten das Gefühl der Gemeinsamkeit ermöglichen und Kraft spenden. Aber Familienleben und eine lebendige Beziehung zu den eigenen Kindern sind dadurch nicht ersetzbar!
 
Leider ist es enttäuschend, dass die Politik und viele Fachkräfte dieses nicht ernst nehmen. Weder gibt es konkrete Lösungsvorschläge, noch spezielle Hilfen. Unter den vielen Apellen findet sich am seltensten etwas zu dieser Form von Diskriminierung und Unmenschlichkeit.
 
Unbestritten hat sich in den 25 Jahren Väteraufbruch bereits vieles getan. Es sind viele Gesetze reformiert worden, die die rechtliche Situation der Väter in kleinen Schritten verbessert hat. Auch die Jugendämter und Familiengerichte sind erheblich offener und unterstützender für Väter geworden. Der Väteraufbruch hat diese 25 Jahre positive Entwicklung aktiv begleitet und mitverfolgt. Und dennoch bleibt das Kernproblem unverändert. Väter werden nach einer Trennung Eltern zweiter Wahl, selbst wenn sie sich noch so sehr bemühen. Diese Form der Diskriminierung wird nach wie vor als unvermeidliches Übel hingenommen. Dabei ließe sich vieles ändern, wenn diese Schwierigkeiten im Bewusstsein der aktiven Familienpolitiker stärker vorhanden wäre.
 
So hat der Väteraufbruch noch viele Aufgaben vor sich.
 
Auch wenn die Weihnachtszeit eine schwierige Zeit sein mag. Es ist eine Zeit des Innehaltens, der Besinnung, des inneren Friedens. Und damit verschafft sie jedem auch, sich neu zu besinnen, neue Kraft und neuen Mut zu finden. Diese Chance wünschen wir allen, gerne begleiten wir Sie dabei auch im nächsten Jahr.
 
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine friedvolle Zeit, eben frohe Weihnachten!
 
Mit herzlichen Grüßen
 
 
Rüdiger Meyer-Spelbrink
Bundesgeschäftsführer
meyer-spelbrink@vafk.de