Montag, 11. Februar 2019

Väter sind und bleiben Teil der Familie

Das Wechselmodell (Doppelresidenz) wird in Deutschland als Väterthema gesehen. Bei der Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestages werden Väter aber nicht einbezogen. Sind Väter in der Familie für die Politik noch immer unsichtbar?

„Väter wollen ihre Kinder aktiv mitbetreuen und sich ihrer Verantwortung stellen. Häufig treffen sie jedoch auf erheblichen Widerstand. Diesen gilt es endlich zu überwinden. Auch Väter haben einen wichtigen Beitrag an der Entwicklung ihrer Kinder“ erklärt Markus Witt, Mitglied im Bundesvorstand des Vereins Väteraufbruch für Kinder e.V.

Am kommenden Mittwoch findet im Rechtsausschuss des Bundestages eine öffentliche Anhörung zum Thema Wechselmodell / Doppelresidenz statt – in Deutschland häufig als „Väter-Thema“ bezeichnet. Neben Alleinerziehenden- und frauenorientierten Verbänden sind vor allem Juristen geladen. Väter haben dort, wieder einmal, keine Stimme. Dies ist umso unverständlicher, als dass es gerade die Väter sind, die die Last des Alleinerziehens mindern könnten und dazu häufig auch gerne bereit wären. Mehr Betreuungs-Engagement von Vätern wird aber erstaunlicher Weise nie gefordert. Väter werden häufig nur auf den Unterhalt reduziert.

„Väter sind mehr als nur ein Betrag auf dem Kontoauszug. Sie sind ein wichtiger Bestandteil im Leben ihrer Kinder, ein Teil ihrer Identität und auch nach einer Trennung noch immer ein Teil der Erziehungspartnerschaft für das Kind“ ergänzt Witt und fordert, dass Väter in die Diskussion um ein zeitgemäßes Familienrecht einbezogen werden. Geht es um die Kinder, gehören die Väter weiterhin an die Seite der Mütter.

Dabei geht es dem Verein ausdrücklich um ein Miteinander von Mutter und Vater – auf Augenhöhe. Nur gemeinsam ließen sich die Hürden, vor denen Mütter und Väter heute häufig in Familie und Beruf noch stehen, überwinden. Gerade nach einer Trennung seien diese Hürden heute für beide aber noch nahezu unüberwindbar. Das Familienrecht knüpft noch immer an Rollenmodelle von vor rund 100 Jahren an. Das Recht kennt bisher nur Alleinerziehend – ein „gemeinsam erziehen“ ist nach einer Trennung bis heute, trotz aller Bestrebungen zur Gleichberechtigung, nicht geregelt. Im Vergleich mit anderen Ländern ist Deutschland noch immer ein familienrechtliches Entwicklungsland.

„Was wir brauchen ist ein zeitgemäßes Familienrecht, um Müttern und Vätern Familie und Beruf zu ermöglichen und den Kindern genügend Zeit mit beiden Eltern zu geben“. Der Verein hat sich daher mit anderen Familienorganisationen im Bündnis doppelresidenz.org zusammengeschlossen, um der gemeinsamen Forderung Nachdruck zu verleihen. Innerhalb weniger Tage haben sich dieser Forderung im Rahmen der Bundestagspetition 89358 bereits über 15.000 Menschen angeschlossen.

Der Verein bittet daher um Unterstützung für die gemeinsame Petition von Müttern und Vätern für ein zeitgemäßes Familienrecht mit dem Leitbild der Doppelresidenz / des Wechselmodells.

Weitere Informationen hierzu gibt es unter
https://www.doppelresidenz.org/page/news/petition.php