Was bedeutet Eltern-Kind-Entfremdung und Kontaktabbruch?

Eltern trennen sich als Paar; als Mann und Frau, die nicht mehr zusammenleben wollen oder nie zusammengelebt haben. Eltern bleiben sie für ihre Kinder ein Leben lang! Misslungene Trennungen führen häufig zu einem langandauernden Elternkrieg um die Kinder in dessen Folge es zur Umgangsbehinderung, zum Umgangsboykott und letztlich zur Eltern-Kind-Entfremdung kommen kann.

Unter Eltern-Kind-Entfremdung verstehen wir eine Familiensituation in der das Kind bei einem Elternteil lebt (im Residenzmodell) und der Umgang mit dem außerhalb lebenden Elternteil behindert ist oder gar boykottiert wird.

Eltern-Kind-Entfremdung kann sehr verschiedene Ursachen haben; in der Regel basiert die Entfremdung aber auf einem Loyalitätskonflikt des Kindes zwischen den Eltern. Bewusst oder unbewusst kann der betreuende Elternteil die Abgrenzung, die Ablehnung und den Ausschluss des anderen Elternteils fordern. Es gibt Kinder, die den langandauernden Elternstreit (von beiden Seiten) nicht mehr aushalten und so entscheiden. Auch der schließlich entfremdete Elternteil kann durch seinen Umgang mit dem Kind dazu beigetragen haben, dass er abgelehnt wird.

Eltern-Kind-Entfremdung ist ein strukturstabiles Phänomen; d.h. es gibt nicht nur Mütter, die entfremden, sondern auch Väter, die die gemeinsamen Kinder von der Mutter entfremden. In manchen Fällen sind die Eltern von Mutter und Vater die „treibende Kraft“. Wir lernen daraus, dass oft ein ganzes Familiensystem an der Entfremdung beteiligt ist. Väter wie Mütter leiden heftig unter dem fehlenden Kontakt zu ihren Kindern; gesundheitliche Einschränkungen, soziale Isolation, der Verlust der Arbeitsfähigkeit und Armut sind mögliche Folgen.

Wir haben ein kontradiktorisches Familienrecht, in dem Vater gegen Mutter und Mutter gegen Vater gehetzt werden – Eltern klagen „ihr Elternrecht“ ein! Auf dieser Grundlage und weil das Residenzmodell die einzige „Familienkonstellation vorschreibt“ gerät das Wohl und das Recht der Kinder auf Aufwachen mit beiden Eltern (Allen Kindern beide Eltern!) in der familiengerichtlichen Auseinandersetzung häufig aus dem Blick. So entstehen Fehlurteile, bei denen ein Elternteil vom Kontakt mit dem gemeinsamen Kind ausgeschlossen wird.

Häufig führt fehlende Elternkommunikation und falsche Beratung und Mediation dazu, dass Eltern sich in einem Kampf befinden, in dem es um das Gewinnen oder Verlieren geht. Kinder sind diejenigen, die am meisten durch diesen Kampf verlieren. 

Kontaktabbruch bedeutet, dass ein Elternteil (meist der Vater) den Kontakt mit dem Kind ablehnt, von Anfang an keine Verantwortung für sein Kind übernehmen will und auch nicht für es Sorgen will. In manchen Fällen wollen Väter aber später wieder mit ihren Kindern in Kontakt kommen und bitten den Väteraufbruch für Kinder e.V. bzw. andere Stellen um Hilfe.

Betroffenen Väter und Müttern und Kinder gebührt die Solidarität des Väteraufbruchs für Kinder e.V., unser Rat und unsere Hilfe. Wir bieten ihnen unser Verständnis und Gespräche an; wir organisieren Erfahrungsaustausch und nicht zuletzt arbeitet unsere Projektgruppe am tieferen Verständnis dieser Familiendynamik und an Konzepte der wirksamen (frühen) Intervention.

Betroffene Väter und Mütter können sich deshalb an unsere Gruppen vor Ort oder unter der Hotline an den Bundesverein wenden.

Parental Alienation Syndrome (PAS) - Elternentfremdungssyndrom

Was ist PAS?

Jedes Jahr erleben in Deutschland ca. 300.000 Kinder die Trennung der Eltern. Ein großer Teil davon verliert aus den verschiedensten Gründen den Kontakt zum getrennt lebenden Elternteil und wird quasi zu Halbwaisen.

Häufig hat es der getrennt lebende Elternteil – meist der Vater - schwer, wenn der mit dem Kind lebende Elternteil den Kontakt einschränkt. Vaterabwesenheit in Folge vonTrennung oder Scheidung führt oft zu Entwicklungsstörungen bei den Kindern.

Kinder brauchen beide Eltern

Für eine gesunde Entwicklung braucht ein Kind beide Eltern. Die gleichzeitige Beziehung zu Mutter und Vater ist vor allem auch deshalb erforderlich, damit das Kind sich aus der engen Bindung zur Mutter lösen und eine unabhängige Persönlichkeit entwickeln kann (Wera Fischer, „Wieviel Vater braucht das Kind“). Nach einer Langzeituntersuchung von Anneke Napp-Peters („Familien nach der Scheidung“), werden ca. 80% der Väter nach einer Trennung ausgegrenzt. Es gibt die verschiedensten Formen der Ausgrenzung - von Umgangsbehinderungen bis hin zu PAS, der radikalsten Form.

Viel häufiger als unter körperlichen Misshandlungen haben Kinder bei Trennungen der Eltern, unter Induzierten Kind-Elternteil-Entfremdung zu leiden. 

PAS bedeutet die kompromisslose Zuwendung eines Kindes zu einem, - dem guten, geliebten - Elternteil und die ebenso kompromisslose Abwendung vom anderen - dem vermeintlich bösen, gehassten - Elternteil im Kontext von Sorge- und Umgangsrechtskonflikten der Eltern. 

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