„Einen neuen Aufbruch wagen“

Papst Benedikt XVI. – zur Zeit in Mailand - will die Lebensgemeinschaft Familie schützen und stärken. Beim Katholikentag in Mannheim gibt es einen Gottesdienst für Geschiedene und für alle, die in einer neuen Beziehung leben: wohin wagt die katholische Kirche einen neuen Aufbruch?

Der vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und der Erzdiözese Freiburg ausgerichtete 98. Katholikentag begann am heutigen Abend auf dem Mannheimer Marktplatz. In den kommenden vier Tagen sind rund 1.200 Einzelveranstal­tungen geplant, Gottesdienste, Bibelarbeiten, Vorträge zu vier Schwerpunktthemen, Podiumsdiskussionen und kulturelle Begleitveranstaltungen. Als Teilnehmer angekündigt sind Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck und neben zahlreichen Politikern auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch mit Kardinälen und Bischöfen.

Die katholischen Kirchentage haben eine Tradition seit 1848, als sich Vertreter von katholischen Vereinen das erste Mal in Mainz trafen. Im sog. 3. Reich gab es keine Treffen, weil die Katholiken die geforderte "Treueerklärung für Führer und Reich" nicht abgeben wollten. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand ein Neubeginn der Katholikentage 1948 in Mainz statt.

Der neue Aufbruch 2012 beschäftigt sich mit drängenden Gesellschaftsproblemen und Folgen der ökologischen ökonomischen und gesellschaftlichen Krise. Das Thema Familie wird offensiv angegangen - beispielsweise organisierte eine Initiative für Geschiedene und Wiederverheiratete im Dekanat Wiesental, Lörrach, den Wortgottesdienst "Wo Liebe ist blüht ein Fest" für alle Menschen, die nach einer Scheidung in einer neuen Beziehung leben. Es gibt auch einen ökumenischer Gottesdienst für Menschen in einer Trennungs- und Scheidungssituation mit dem Motto "Wir wollten niemals auseinandergehen".

Papst Benedikt XVI. hat für den Mai 2012 allen Katholiken als "Gebetsanliegen des Papstes" aufgegeben: "Wir beten, dass in der Gesellschaft Initiativen ergriffen werden, die die Rolle der Familie schützen und stärken."