Angela Hoffmeyer (Bundesvorstand VafK) führte in das auch als „Wechselmodell“ bekannte Betreuungsmodell mit einem umfassenden Überblick über relevante Aspekte aus Psychologie, Recht und Praxis ein. Die anteilig (annähernd) gleichwertige, abwechselnde Betreuung der Kinder durch beide Eltern als Regelfall nach Trennung und Scheidung ist bereits in vielen andern Ländern z.T. seit Jahren üblich (u. a. in Frankreich, Belgien, Norwegen, Tschechien, Australien und in verschiedenen Bundesstaaten der USA).
Jan Piet de Man, den man sicher als den "Vater" der gleichmäßig verteilten Beherbergung von Trennungskindern in Belgien bezeichnen kann, erläuterte die aktuelle Situation in Belgien. Hier ist die Möglichkeit der paritätischen Doppelresidenz, die im Juli 2006 in das Gesetz aufgenommen wurde, mit derzeit um 27% eine immer weiter verbreitete Form der Betreuung von Scheidungskindern. Insbesondere auch bei konflikthaften Trennungen konnte in Belgien der Doppelresidenz eine positive Wirkung auf das Kindeswohl nachgewiesen werden. An dieser erfolgreichen Umsetzung können sich deutsche Jugendämter und Familiengerichte ein Beispiel nehmen.
Der Themenabend wurde abgeschlossen mit einer Podiumsdiskussion, an der sich sowohl Fachleute als auch Betroffene rege beteiligten. Die Veranstaltung wurde vom Freien Lokalrundfunk Köln (http://www.flok.de/) aufgezeichnet und wird demnächst im Bürgerfunk des Radio Köln ausgestrahlt.
Auf Grund des regen Zuspruchs hat sich der VafK Köln dazu entschlossen, noch vor der am 17.09. in Köln stattfindenden Fachtagung Doppelresidenz einen weiteren Themenabend zu veranstalten, der das Thema weiter vertiefen soll.
Die Kölner Selbsthilfegruppe des Väteraufbruch für Kinder (www.vafk-koeln.de) trifft sich jeden 1. und 3. Dienstag im Monat um 19:15 Uhr im
Bürgerzentrum Alte Feuerwache
Clubraum
Melchiorstr. 3
50670 Köln.
Die Selbsthilfegruppe wendet sich an Väter und Mütter vor und nach Trennung und Scheidung, Großeltern, Trennungskinder und männliche Opfer von häuslicher Gewalt.


