Seit Jahrhunderten hat sich so etwas wie ein Mutterkult entwickelt, verbunden mit der Entwertung des Vaters. An der Symbolfigur der selbstbestimmten Lilith lässt sich nachvollziehen, dass weiblichen Anteile unterdrückt werden, um ein Mütterideal der Eva oder der Heiligen Mutter Maria zu schaffen. Für das selbstbestimmte Vaterbild gibt es diese Leitfigur nicht, sondern Bibliotheken voller Heldengeschichten.
Männer und Frauen passen nicht zusammen, oder? Die Sehnsucht nach dem anderen Geschlecht wäre eine gute Basis für Beziehungen. Aber die Hälfte der Paare scheitert und trennt sich wieder. Man trennt sich dann nicht nur vom Partner, sondern auch von den Problemen in der Beziehung. Und es mag nicht verwundern, wenn in der nächsten Partnerschaft die alten Probleme in einer anderen Form wieder sichtbar werden. Männer und Frauen passen eben nicht zusammen? Vielleicht haben wir aber auch keine gesunde Vorstellung von Müttern und Vätern.
Menschen aus schwieriger Kindheit wagen erst nach langer Zeit einen ehrlichen Blick auf ihr Leben und die Ursachen ihrer Störungen. Die innere Abwehr vor dieser Wahrheit behindert den ehrlichen Genderdialog sowohl in der Familie als auch in der Gesellschaft. Wie lässt sich sonst die Überhöhung der Mutter- des Weiblichen und die Entwertung des Vaters - des Männlichen anders verstehen?
Gäste:
- Dr. Hans-Joachim Maaz - Psychiater und Psychoanalytiker und Publizist
- Dr. Matthias Stiehler - Buchautor, Theologe, Erziehungswissenschaftler, Psychologischer Berater
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