Männer müssen keinen Wehr- oder Zivildienst mehr leisten, Gesundheitsberichte werden nicht nur für Frauen, sondern inzwischen auch für Männer erstellt und die Zusammenarbeit im Bundesforum Männer, einem Zusammenschluss zahlreicher Organisationen aus der Jungen- und Männerarbeit, gewinnt langsam an Kontur.
Diese Erfolge geben Grund zur Hoffnung, dass die Bedürfnisse und Interessen von Jungen und Männern künftig noch mehr Berücksichtigung finden – und dass die Gleichstellungspolitik endlich zu dem wird, was sie schon längst sein müsste: Eine Politik, die Frauen und Männer gleichermaßen in den Fokus nimmt und ihren gemeinsamen Rollenwandel organisiert und fördert.
Insbesondere in der Familienpolitik, dem Tätigkeitsgebiet des Väteraufbruch für Kinder, bleibt für eine solche Gleichstellungspolitik noch viel zu tun: Mütter und Väter, die arbeiten und ihre Babies gemeinsam betreuen, sind beim Elterngeld finanziell benachteiligt. Eine frühzeitige Einbindung von Vätern in die Kinderbetreuung wird durch antiquierte Regelungen – wie z. B. beim Sorgerecht für unverheiratete Eltern – verzögert oder gar verhindert. Und auch nach einer Trennung der Eltern ist eine gemeinsame Kinderbetreuung allemal besser, als Kinder in 24-Stunden-Kitas zu stecken, die derzeit hohes Ansehen unter Familienpolitikern genießen.
Es braucht Hartnäckigkeit und Ausdauer, um diese Themen voranzubringen. Gerade deshalb sollten sich Männer am heutigen Tage über ihre Erfolge freuen: Sie haben allen Grund zum Feiern – und Weitermachen.