Staffelsee, Sommer, Gemeinschaft: Das war das TreKi-Feriencamp 2025

Zwei Wochen lang wurde der Staffelsee in Oberbayern für viele Kinder und ihre getrenntlebenden Eltern zu einem besonderen Ort: voller gemeinsamer Erlebnisse, neuer Begegnungen, kleiner Abenteuer und einer Atmosphäre, die Mut macht. Unser TreKi-Feriencamp 2025 hat wieder gezeigt, wie gut es tut, einfach einmal Zeit füreinander zu haben – jenseits von Alltag, Konflikten und organisatorischem Druck.
Auch in diesem Jahr fand unser TreKi-Feriencamp wieder in den beiden Sommerferienwochen statt, in denen alle Bundesländer Ferien haben. Damit schaffen wir bewusst ein Angebot, das für getrenntlebende Familien überhaupt praktikabel ist: flexibel planbar, tageweise abrechenbar und so gestaltet, dass An- und Abreise individuell in die jeweilige Umgangs- und Ferienregelung passen.
Nach den vergangenen Camps an der Ostsee und am Lipno-Stausee führte uns TreKi 2025 diesmal an den Staffelsee in Oberbayern. Auf dem idyllisch gelegenen Campingplatz Aichalehof bei Uffing konnten wir erneut mehrere Parzellen gemeinsam nutzen. Dort entstand für zwei Wochen unser kleines Campdorf: mit Gemeinschaftspavillons, Outdoorküche, Zelten, Wohnwagen und Wohnmobilen – und vor allem mit viel Raum für Begegnung, Gespräche und gemeinsames Erleben.
TreKi richtet sich seit 2016 an Kinder sowie an Väter und Mütter, die Trennung und Scheidung erlebt haben. Dabei geht es um weit mehr als nur um Ferien. Für viele Kinder ist es eine besondere Zeit mit dem Elternteil, den sie nicht täglich um sich haben. Für die Erwachsenen bietet das Camp Gelegenheit zum Austausch mit anderen Betroffenen, zu Gesprächen über eigene Erfahrungen und nicht selten auch zu neuen Ideen, wie festgefahrene Kommunikationsmuster mit dem anderen Elternteil verbessert werden können.
Zum Start zeigte sich Oberbayern allerdings zunächst von seiner nassen Seite. Dauerregen, Gummistiefel und Regenjacken prägten die ersten Tage. Doch die Stimmung ließ sich davon nicht trüben. Unter dem großen Gemeinschaftspavillon wurde gespielt, gelacht und zusammengesessen, dazu kamen Ausflüge in Hallenbäder der Umgebung. Gerade in solchen Momenten zeigt sich oft, was TreKi ausmacht: Nicht perfektes Wetter ist entscheidend, sondern das Miteinander.
Und als sich das Wetter besserte, warteten unzählige Eindrücke auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Erkundet wurden unter anderem die Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen, die Leutascher Geisterklamm bei Mittenwald, die Kuhfluchtwasserfälle in Farchant und das Kloster Ettal. Für zusätzliche Begeisterung sorgten auch die Sommerrodelbahn in Oberammergau und ein Ausflug auf die Zugspitze. Vor allem für die Kinder waren das Erlebnisse, die sicher noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Später wechselte das Wetter dann vom Dauerregen in den Hochsommer. Bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad wurde der Staffelsee schnell zum Lieblingsort für alle, die Abkühlung suchten. Manche starteten schon morgens vor dem Frühstück mit einem Sprung ins Wasser in den Tag. Und auch eine von einem Teilnehmer mitgebrachte Badeinsel in Autoform wurde zum kleinen Highlight – tagsüber auf dem Wasser, abends auf der Wiese fast schon eine Hüpfburg.
Ein ganz wesentlicher Teil des Camp-Lebens spielte sich rund um die gemeinsame Küche ab. Camp-Leiter Marcus Gnau sorgte täglich für frisch zubereitete Mahlzeiten – im Dutch Oven, in der Pfanne über offenem Feuer oder auf dem Holzkohlegrill. Ob Erbseneintopf, Bolognese, Milchreis, Braten, Kartoffelpuffer, Schnitzel, Currywurst oder Burger: Gekocht wurde mit viel Einsatz und noch mehr Gemeinschaft. Viele Teilnehmer halfen mit, und besonders die Kinder waren mit Begeisterung dabei – nicht zuletzt dann, wenn der große Kochlöffel zum Einsatz kam.
Besonders schön war auch in diesem Jahr wieder zu sehen, wie schnell die Kinder miteinander in Kontakt kamen. Neue Freundschaften entstanden oft ganz selbstverständlich. Für viele war es eine unbeschwerte Zeit fernab von Spannungen und Konflikten, die den Familienalltag nach einer Trennung sonst häufig begleiten.
So blieb am Ende bei allen das gleiche Gefühl: TreKi ist mehr als nur Urlaub. Es ist eine wertvolle Zeit für Kinder und Eltern, um sich näherzukommen, Kraft zu tanken, Gemeinschaft zu erleben und schöne Erinnerungen mitzunehmen.
Und eines war beim Abschied ebenfalls schnell klar: Wenn es die Zeit und die jeweiligen Ferien- und Umgangsregelungen erlauben, wären viele im nächsten Jahr sehr gerne wieder dabei.
Das nächste TreKi-Feriencamp ist bereits in Planung. Wer Interesse hat, sollte in den kommenden Wochen regelmäßig auf unsere Webseite schauen – dort werden wir rechtzeitig über den nächsten Termin informieren. Wir freuen uns auf viele vertraute und neue Gesichter.