Was ist Eltern-Kind-Entfremdung?

Wichtige Informationen zur Eltern-Kind-Entfremdung

Eltern trennen sich als Paar; als Mann und Frau, die nicht (mehr) zusammenleben. Eltern bleiben sie für ihre Kinder ein Leben lang!

Misslungene Trennungen führen häufig zu einem lang andauernden Elternkrieg um die Kinder, in dessen Folge es zur Umgangsbehinderung, zum Umgangsboykott und letztlich zur Eltern-Kind-Entfremdung kommen kann.

Mindestens einer der sich Trennenden ficht seinen Streit nicht auf der „Erwachsenen (Paar) ebene“ sondern auf der „Elternebene“ aus.

Unter Eltern-Kind-Entfremdung verstehen wir eine Familiensituation, in der das Kind, nach der Trennung der Eltern, in der Regel bei einem Elternteil lebt (Residenzmodell) und der Umgang mit dem getrennt lebenden Elternteil be- oder sogar verhindert wird.

Ursache für das entfremdende Verhalten kann Rache am Expartner sein, nachdem dieser z.B. fremdgegangen ist (Beispiel Film). Oder Enttäuschung über das Scheitern einer Lebensplanung durch die Trennung. In beiden Beispielen lautet die Logik: „Mein Partner (m/w) gehört nicht mehr zu meinem Leben. Also gehört "mein" Kind auch nicht mehr zu ihm/ihr.“

Das Kind wird als Eigentum betrachtet, wie der Filmtitel „Weil du mir gehörst“ bereits deutlich macht.

Dem Kind werden, bewusst oder unbewusst, falsche Wahrheiten über den anderen Elternteil vermittelt. Nicht selten wird der entfremdende Elternteil durch das familiäre oder freundschaftliche Umfeld, das für das Kind auch eine Vertrauensposition hat, kritiklos unterstützt. Aus den ehemals geliebten Eltern entsteht für das Kind dadurch schrittweise ein schlechter und ein guter Elternteil.

Naturgemäß der, bei dem es lebt.

Dem Kind wird dadurch ein Elternteil, ein Teil seiner Identität und seines Urvertrauens genommen. Das fatale an der Entfremdung ist, dass dem Kind/Jugendlichen nicht bewusst ist, dass es falsche Wahrheiten sind, die ihm durch überzeugende Argumentation, falsche Beweise o.ä. glaubhaft gemacht werden. Das Kind akzeptiert sie sie schließlich als Tatsachen.

Auch wenn „nur“ dem Expartner geschadet werden soll, oder man sich „nur“ selbst von ihr/ihm befreien/abgrenzen will - geschadet wird immer den Kindern. Dies durchaus bis weit in deren Erwachsenenleben hinein durch psychische oder psychosomatische Störungen.

Die Familien-Rechtsprechung orientiert sich, wie in den anderen Rechtsgebieten an „gut“ und „schlecht“. Kinderbezogenes Familienrecht unterscheidet sich aber elementar von den anderen Rechtssystemen. Es muss für die Kinder zukunftsorientiert sein. Das Kind hat nur ein Paar Eltern. Hier gibt es für das Kind kein „gut“ oder „schlecht“. Von den Ausnahmen wegen sexuellem Missbrauch, echter Vernachlässigung oder häuslicher Gewalt abgesehen.

Eltern-Kind-Entfremdung ist ausdrücklich kein geschlechtsspezifisches Phänomen. Auf Grund der immer noch üblichen Rollenverteilung in den Familien, die gerade auch nach Trennung und Scheidung durch die Gerichte und assistierenden Professionen gefördert wird, werden mehr Kinder von ihren Vätern als den Müttern getrennt.

Die Doppelresidenz ist kein Allheilmittel, Eltern-Kind-Entfremdung zu vermeiden, erschwert sie aber außerordentlich.

Der „Väteraufbruch für Kinder“ sieht es als seine Aufgabe, Kindern auch nach der Trennung, beide Eltern zu erhalten.

Die Arbeit der Projektgruppe

Die vereinsübergreifende Projektgruppe „Eltern-Kind-Entfremdung“  (PG EKE) wurde bereits im Juli 2017 von Bundesvorstandsmitglied Uli Severin gegründet. Seit Sommer 2019 wird die Projektgruppe von Karin A. Kokot geleitet. Neben jährlich 2 – 3 bundesweiten Treffen finden monatliche Telefonkonferenzen statt.

Die PG EKE hat sich zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeitsarbeit zu diesem Thema zu verstärken und über die schlimmen Folgen der Entfremdung für alle Beteiligten aufzuklären. Gleichzeitig soll den betroffenen Eltern Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Es gibt bereits mehrere Info-Flyer. Rechtzeitig zur Ausstrahlung geht auch eine eigene WEB-Seite an den Start.

Diese Projektgruppe ist vereinsübergreifend angelegt, so dass sich auch engagierte Eltern und Fachleute oder Mitglieder anderer Vereine an der Arbeit aktiv beteiligen können. An Mitarbeit interessierte wenden sich an info@entfremdet.org.

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