Gutachten - Schlüssel im familienrechtlichen Verfahren

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie und der Bund Deutscher Psychologinnen und Psychologen diskutieren derzeit über eine Qualitätssicherung von Gutachten. Verbindliche Standards dafür gibt es nicht, praktisch kann jeder ein Gutachten anfertigen, wenn ein Richter ihn dafür beauftragt. Weder Berufspraxis noch Berufsausbildung spielen eine Rolle. Das soll sich ändern, den eine Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Psychologie legt nun erste Ergebnisse von Qualitätsstandards für Gutachten vor.

Bericht vom 11. Familienkongress in Halle Saale

Jährlich erleben rund 150.000 Kinder eine Trennung. Das Kind hat ein Recht auf beide Elternteile. Etwa 1.000.000 Kinder haben den Kontakt zu einem Elternteil verloren. Mannigfache Erfahrungen haben Menschen mit den Folgen von schlechten Gutachten machen müssen, mit verheerenden Folgen für die Beziehung zum Kind. Richter beauftragen in Familienrechtsverfahren Gutachter. Dann werden die Eltern in "gut oder böse" eingeteilt, und so werden sie zu Gewinnern oder Verlierer. Lösungsorientierte Gutachten sind eine Alternative zu den statusorientierten Gutachten, denn sie schaffen keine Entscheidungsvorlagen für Richter, sondern arbeiten mit den Eltern auf der Suche nach verlässlichen Lösungen.

Gäste:
- Dr. Julia Zütphen - Dipl. Psychologin
- Prof. Dr. Lothar Schmidt-Atzert - Professor für Psychologische Diagnostik an Fachbereich Psychologie der Philipps-Universität Marburg