Kinder brauchen beide Eltern! Deshalb sind wir gegen jede Ausgrenzung.

Offener Brief von im VAfK engagierten Frauen und Müttern zum Artikel “Väterrechtler auf dem Vormarsch”

Die Mütter, Frauen und Großmütter im Väteraufbruch für Kinder (VAfK) reagieren mit großem Unverständnis auf die Veröffentlichungen von Gabriele Keller. Entfremdung und Ausgrenzung von Elternteilen und Familienangehörigen ist geschlechtsneutral. Diejenige Person, von der ein Kind abhängig ist, kann diese Abhängigkeit missbrauchen. Das ist das Problem, das Kinder in Trennungsfamilien haben.

Jedes Jahr sind in Deutschland etwa 250.000 Kinder von der Trennung / Scheidung ihrer Eltern betroffen. Konservativen Schätzungen zufolge verlieren davon ca. 50.000 Kinder den Kontakt zu einem Elternteil. Nicht alle Kontaktabbrüche sind auf die Trennung / Scheidung der Eltern zurückzuführen. Dr. Rücker geht von 40.000 trennungsinduzierten Kontaktabbrüchen von Kindern pro Jahr aus.1) Da Trennungskinder in den meisten Fällen bei der Mutter leben (ca. 1,6 Millionen) ist es meistens der Vater, zu dem die Kinder den Kontakt verlieren; zunehmend sind aber auch Mütter betroffen.

Diese Mütter erleben im VAfK - ebenso wie Väter, Großeltern oder neue PartnerInnen von betroffenen Vätern und Müttern - Solidarität und bekommen Unterstützung.

Wir setzen uns ein für Gleichstellung im Familienrecht und begleiten - überwiegend ehrenamtlich - sowohl Mütter als auch Väter sowie Großeltern in ihrer Not.

Wir möchten ausdrücklich Mütter, Frauen und Großmütter ermutigen, sich an uns zu wenden. Wir arbeiten eng zusammen mit der Bundesinitiative Großeltern.

Wir, die Mütter, Frauen und Großmütter im VAfK, sind entsetzt über diese unseriöse, wohl rein populistische Form des Journalismus.

Wir empfehlen Frau Keller das ein oder andere Standardwerk für seriösen Journalismus, z. B. „Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung“ von Nina Baur und Jörg Blasius 3. Auflage, 2022, Springer Vlg..

Und wir laden Frau Keller herzlich ein, mit uns in den Dialog zu treten.

Denn: Trennungskinder brauchen keinen Geschlechterkampf und keine Abwertung und Ausgrenzung ihrer Väter und Mütter.

Aber „eine Demokratie braucht Menschen, die kritische Fragen stellen. Menschen, die ihre Meinung sagen und sich mit den Meinungen anderer auseinandersetzen. Menschen, die zuhören und reden können. Menschen, die fair und sachlich debattieren.“2)
 

Ansprechpartnerinnen

Frauennetzwerk des VAfK
Heike Gerhards und Vera Gardhoff, frauen@vafk.de
 

Unterzeichnerinnen

Gisela Sonnenberger 
Andrea L. 
Annette Schäfer 
Burçak Braukmann 
Stefanie P. 
Pia J. 
Karin Klinger aus Mainz
Annette Siegenthaler 
Nancy Calia, Schwanebeck 
Katharina W. aus L 
Lea M. 
Silke F. 
Marion Grau 
Margrit aus Berlin 
Heike Gerhards, Köln 
Beate Blasius 
Vera Gardhoff, Berlin 
Dr. Karoline Ambraß 
Liisa K. 
Ulrike aus Hamburg 
Tina F. 
Ingrid Schumacher 
Heidi H., Nürnberger Land 
Lisa B.  
Dr. Heinrike Fetzer 
Mandy aus Bieren 
Christine W. 
Maria K.
Yvonne Sommer, Halle (Saale) 
Dagmar Bauer, Stuttgart 
Anke S. 
Angela H. 
Daniela Gießler, Halle (Saale) 
Astrid Perrey-Kröger aus Hamburg 
Tanya aus Berlin 
Johanna Julia B. 
Nadine F.  
Catherine P. 
Silke B.  
Adriana S. 
Iris Vobbe, Hamburg 
Sonja aus Hamburg 
Regina W. 
Catrin P. aus Weingarten 
Julia L. 
Carina Frank 
Almuth M. 
Suska Weblus 
Svenja G. 
Ingrid aus Königswinter 
Kerstin D. 
Silke aus Hamburg 
Diana Ramishvili 
Tanja von Ilbesheim 
Anne W. 
Irmgard aus München 
Petra aus München 
M. Lilienthal aus Cuxhaven 
Karolina A. 
Petra aus Ludwigshafen 
Heike Brandt

 


1)  vgl.Rücker, www.efkir.de/images/Tagung/Rcker_efkir_16092023.pdf, Seite 18, 20


2)  vgl. www.jugend-debattiert.de/unterricht-training Abgriff am 10.10.2023, 21:30 Uhr.