Ausübung des Umgangsrechts durch das Kontaktverbot nicht erlaubt?

Die Verordnung zur weiteren Kontaktreduzierung und damit einem schärferen Infektionsschutz sorgte bei vielen getrennten Eltern, Eltern im Wechselmodell und Patchworkfamilien für erhebliche Verunsicherung.

Zwischenzeitlich gibt es eine Vielzahl von Klarstellungen, ob und wie ein Umgang bei dem bestehenden Kontaktverbot stattfinden kann. Diese Erklärungen zeigen auf allen Ebenen, von der Bundesregierung über das Justizministerium, Landesregierungen, Jugendämter und andere Fachstellen eine weitestgehende einheitliche Linie:

  • Die bestehenden Umgangsregelungen werden durch die Verordnungen nicht automatisch ausgeschlossen und bleiben weiter bestehen.
  • Der Umgang zu den Kindern ist gerade in einer solchen - alle verunsichernden - Situation für die Kinder sehr wichtig.
  • Beim Umgang sind selbstverständlich alle öffentlich empfohlenen Schutzmöglichkeiten sorgfältig zu beachten.
  • Kinder sind in der Regel weniger gefährdet, sondern sie gefährden durch Übertragung andere (ältere) Familienmitglieder.
  • Gleichwohl ist in jedem Einzelfall sehr sorgfältig zu prüfen, ob ein erhöhtes Risiko besteht, welches dann auch die Einstellung der Umgangspraxis zur Folge haben könnte.
  • Im Interesse der Sicherheit sollte im Zweifel auf den Umgang verzichtet werden, anstelle einseitig auf "eigene" Rechte zu bestehen.
  • Eine Umgangsunterbrechung kann nur in einem zeitlich eng befristeten Zeitraum erfolgen
  • Im Falle eines Ausfalls sind bevorzugt Alternativen zu wählen, wie z.B. Kontakt über Skype.

Auf diesen Seiten haben wir viele Informationen und aktuelle Meldungen zusammengetragen. Sie finden hier auch auszugsweise die amtlichen Originalquellen. 

Sorge- und umgangspflichten verantwortlich mit Verstand und Rücksicht wahrnehmen

Das allgemeine Distanzgebot gilt auch in Familien. Um Menschen zu schützen reduzieren auch Familien ihre Kontakte untereinander. Großeltern betreuen beispielsweise ihre Enkel nicht, wenn dies zum Infektionsrisiko führt.

Trennungseltern müssen jetzt noch besser kooperieren, wenn es darum geht in jedem einzelnen Fall das Risiko bei der Gestaltung des Umgangs einzuschätzen. Fachlich Informationen erhalten Eltern ggf. bei den örtlichen Gesundheitsämtern!

Gerade jetzt brauchen die Kinder einen intensivierten Kontakt zu beiden Eltern. Vater/Mutter brauchen Informationen über die Gesundheit ihres Kindes / ihrer Kinder. Also sollten sich die Eltern gegenseitig informieren. Aber auch die Kinder müssen wissen, ob es Vater/Mutter gut geht und ob sie gesund sind.

Auch ohne persönliches Zusammentreffen sind intensive Kontakte in der Familie möglich. Elektronische Medien bieten vielfältige Möglichkeiten eines intensiven Kontaktes und Austauschs.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jeglicher Umgangskontakt automatisch ersatzlos entfallen soll. Hier sind in erster Linie die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. Bestehende Umgangsregelungen haben weiterhin Gültigkeit, denn sie waren auch Bestandteil des bisherigen Alltags regelmäßiger sozialer Kontakte.

Allerdings ist auch jeder Elternteil verantwortlich, das eigene Infektions- und Übertragungsrisiko zu prüfen und beim Erkennen möglicher Risiken, einen Kontakt weiter einzuschränken.

Auch wenn die Beziehung zwischen den getrennten Eltern noch angespannt ist, empfiehlt es sich, unaufgefordert gegenseitig genauer über Kontakte und Unternehmungen mit dem Kind zu informieren.

Dies ist nicht die Zeit zu streiten. Trennungseltern, die ihre Kinder lieben, stellen ihren Streit zurück und kooperieren ihren Kindern zu liebe mit dem anderen Elternteil, um gemeinsam mit ihrem Kind / ihren Kindern gesund durch die Corona-Virus-Krise zu kommen.

Wir beraten sie im Einzelfall gerne; rufen sie auf der Hotline des Väteraufbruchs für Kinder e.V. an. Auch in Krisenzeiten sind wir für sie da: Hotline:  1805 – 120 120